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Was ist dran an dem Gerücht, die ehemaligen Pantherwerke seien verkauft worden? Die Speyer AG in Rösrath bei Köln, neben Anton Schräder Nachlass Eigentümerin des Grundstücks an der Ludwigstraße, bestätigte am Montag "aktuelle vielversprechende Verkaufsverhandlungen mit mehreren Interessenten." Unterschrieben sei aber noch nichts. Noch vor gut einem Jahr schien es so, als meine es die "Pantheum Musical Theater" umzuwandeln. Es existierte gar eine Computersimulation des Musiktheaters mit variabler Bühne und einem Saal mit 1256 Sitzplätzen. Aber dann verabschiedeten sich die Investoen grußlos Richtung Magdeburg, um dort eventuell zu bauen. Bis jetzt blickt man auf eine Panther-Fassade, die durch die zerborstenen Fensterscheiben reichlich trostlos wirkt. Die Substanz ist freilich besser als sie scheint. Insgesamt muss man sich schon wundern, dass 37 Jahre nach Einstellung der Zweiradproduktion die Immobilie immer noch zu haben ist. Zwischenzeitig, ab 1974, nutzte die Möbelfirma Friedrich A. Flamme die Gebäude als Lager. Im Moment steht alles leer. Es gibt insofern ein allgemeines Interesse an der Erhaltung der Fabrikbauten, weil die Pantherwerke Industriegeschichte geschrieben haben. Diese begann 1896 mit der Gründung der Fahrradwerke AG, die in den ersten Jahren "Brunsviga-Fahrräder" herstellte. Das Unternehmen expandierte rasch und konnte 1907 die Magdeburger Pantherwerke aufkaufen, deren Name übernommen wurde. Radsportler wie Willi Arend, Thaddäus Robl und Anton Huber wurden Weltmeister auf Panther-Rädern. Ab 1925 wurden auch Kinderwägen produziert, 1933 kam die Fertigung von Motorrädern hinzu, die mit Ilo- und Sachsmotoren liefen. Nachdem das Werk den Krieg überstanden hatte, wurde die Produktion wieder angekurbelt. 1953 berichtete die BZ über Exporterfolge des Unternehmens. Panther-Räder waren wegen ihrer Langlebigkeit vor allem beliebt in Afrika, Indonesien und in den USA. 1956 begann der wirtschaftliche Niedergang. Der Trend ging zum Auto. Durch die Einführung der Führerscheinpflicht stockte auch der Absatz von Motorrädern. 1962 verkaufte der Kölner Kinderwagenhändler und Panther-Großaktionär Anton Schräder die Mehrheit der Panther-Aktien an die Firma Schminke Fahrradwerke in Bad Wildungen. 1963 wurde die Produktion in Braunschweig eingestellt. Bis dahin waren hier 1,2 Millionen Fahrräder gebaut worden. Jetzt sind wieder Investoren am Grundstück interessiert. Eine Sanierung der Fabrik würde dem Stadtquartier guttun.
Das neue "Panther Business Center" für E-Commerce am Mittelweg: die "Pantherwerke A.-G." wieder in glanzvoller Verheißung auf gute Geschäfte Ein neues Leben eingehaucht Braunschweig. Die Handys klingeln unentwegt, denn es gibt noch viel zu tun und entsprechend zu bereden. Sieht man jedoch über die letzten Bauarbeiten hinweg, so zeigt sich die alte "Pantherwerke A.-G." am Mittelweg neu erstanden - aus Ruinen möchte man hinzufügen, eingedenk zerborstener Fensterscheiben und brökeliger Fassade. 37 Jahre nachdem dort das letzte Fahrrad gebaut wurde, so lange musste es dauern, bis sich jemand ein Herz fasste, dieser Industriebrache in bester Innenstadtlage neues Leben einhauchte und daraus das zukunftsträchtige "Panther Business Center" für E-Commerce zauberte. Jetzt prangen die restaurierten, originalen Buchstaben aus der Gründerzeit - die Pantherwerke A.-G." - wieder in glanzvoller Verheißung auf gute Geschäfte an der neuen/alten Fabrikfassade. "Wir mussten erst einmal die Eigentümer in Köln aufsuchen, um überhaupt erst die Eigentumsverhältnisse zu klären." Wir, das sind Klaus Michael Schlüter, Geschäftsführer der flugs gegründeten "Investor-Gesellschaft Panther Grundbesitz GmbH", und Architekt Ulrich Decker, der das erzählt. Mit enormen Aufwand in Planung und Bauleitung gelang es dem Braunschweiger Architektenbüro "Decker und Dunkel" in nur neun Monaten Bauzeit aus der modrigen Fabrikruine eine anspruchsvolle Ideen-Schmiede für aufstrebende Softwerker und E-commerce-er zu machen. "Absoluter Reckord", sagt darüber Klaus Michael Schlüter, dessen "Panther Grundbesitz GmbH" sich die Wiederbelebung dieses Stücks Stadtgeschichte Millionen kosten ließ.
Architekt Ulrich Decker nahm Grundsteinlegung vor "Panther-Business-Center" entsteht Braunschweig. Die Umgestaltung des ehemaligen Panther-Werks nimmt Gestalt an. Auf dem Gelände am Braunschweiger Mittelweg wurde nun der Grundstein für den Neubau gelegt. Bis zum kommenden Jahr soll dort das "Panther-Business-Center" entstehen. Architekt Ulrich Decker mauerte sich nicht nur die obligatorischen aktuellen Zeitungen ein - auch ein paar "Kurze", eine Aspirin-Packung und Kondome wurden für die Ewigkeit in das Fundament des Neugebäudes eingelassen. Als Hauptmieter wird die Gedys AG in das Center, das zur Hälfte aus einem renovierten Altbau besteht, einziehen. Ebenfalls dabei sind die Firmen BCC, GOM, Paradatec und ELIXIA. Klaus Michael Schlüter von der Panther Grundbesitz GmbH begrüßte zur Grundsteinlegung zahlreiche Gäste. Die Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt überbrachte Ratsherr Klaus Winter, der noch einmal die Bedeutung des Projektes hervorhob: "Es ist schon außergewöhnlich, wenn der Rat während der Sommerpause in einer Sondersitzung tagt, die sich mit diesem Umbau beschäftigt." Im Panther-Werk wurden vor mehreren Jahrzehnten Fahrräder produziert. Seit langer Zeit steht das Gebäude leer und drohte endgültig zu verfallen. Ein Teil des Gebäudes wird nun als Bürogebäude renoviert. Dazu kommt ein von Architekturbüro Decker & Dunkel gestalteter Neubau.
Aufstrebende Firmen unter einem Dach Panther: Sprung zur Topadresse Das Gelände der ehemaligen Panther-Werke am Mittelweg wird zur Topadresse für aufstrebende Braunschweiger Betriebe. die Stützpfeiler des künftigen Ensembles neben dem Schimmelhof waren schon gestern bei der Grundsteinlegung zu besichtigen. Schön, dass bie diesem Projekt ein Teil der alten Fabriksubstanz gerettet werden kann. Man erinnere sich: Seit 1993 moderten die Fabrikhallen vor sich hin. Dann gewann die Idee Kontur, an dieser Stelle eine Spielstätte für Musicals zu bauen. Aber dann entschieden sich die Investoren abrupt gegen Braunschweig und für Magdeburg. Weil aber überall in Deutschland Artikel in der Zeitung stehen, wie edel selbst kaputte Fabriken hergerichtet werden können, keimte in der Angelegenheit Panther alsbald andere Träume.